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Somatische Pferde-Akupunktur

Was früher nur den Menschen vorbehalten war, gibt es jetzt auch für Pferde: Die Akupunktur. Hierbei gibt es zwei verschiedene Arten der Behandlung: Die klassische chinesische und die somatische Akupunktur. Der Unterschied zwischen beiden Methoden besteht darin, dass sich die klassische Akupunktur auf das so genannte Meridiansystem des Pferdekörpers und die (eher westlich orientierte) "somatische" Akupunktur ausschließlich auf die Nervenbahnen bezieht. Somit schließt die somatische Akupunktur, die im Folgenden näher erläutert wird, die Meridiane der klassischen Akupunktur nicht oder nur teilweise mit ein. Und, was für Menschen gut ist, kann auch der Gesundheit von Pferden nicht schaden. Somit gibt es immer mehr Tierärzte und Therapeuten, die sich auf das Thema Akupunktur bei Pferden spezialisiert haben.

Wie auch beim Menschen ist eine Diagnose vor der Behandlung des Pferdes von größter Bedeutung. Nur haben sich die Methoden für diese Diagnostik sehr stark verändert. War es früher noch üblich, dass die Besitzer das Pferd führen mussten, damit der Tierarzt erkennen konnte, wo das Tier Schmerzen hatte, ist dies heute nicht mehr nötig. Der Tierarzt muss nur die so genannten Akupunkturpunkte fühlen und drücken und kann aufgrund der Reaktion des Pferdes den Entzündungs- oder Schmerzherd sofort ausmachen. Diese Akupunkturpunkte werden in 4 verschiedene Bereiche unterteilt. Unterschieden wird hierbei, wo sich die Nerven der Pferde befinden und wie viele dieser Nerven aufeinander treffen.

Der erste Teil der Akupunkturpunkte ist auch gleichzeitig der prozentual höchste, da er knapp 70 Prozent der vorhandenen Punkte ausmacht. Da sich diese Akupunkturpunkte dort befinden, wo die einzelnen Nerven direkt auf die Muskeln treffen, nennt sie der Tierarzt auch „motorische Akupunkturpunkte“. Der zweite Teil der Akupunkturpunkte liegt entlang des Rückens und des Bauches des Pferdes. Hier befinden sich die Nerven ziemlich weit an der Oberfläche und können mit Druck ertastet werden. An den Gliedmaßen und anderen Körperstellen, an denen sehr viele Nerven zusammentreffen, liegt der dritte Bereich der Akupunkturpunkte. Der vierte und letzte Teil der Akupunkturpunkte eines Pferdes befindet sich an bestimmten Sehnen, die aufgrund von Krämpfen, die so genannten Sinnesendorgane ansprechen. So kann der Therapeut schnell feststellen, in welchem Bereich des Pferdekörpers das Problem vorliegt.

Ist die vorläufige Diagnose gestellt, kann mit der Behandlung begonnen werden. Dazu benötigt der Tierarzt oder Therapeut die kleinen und dünnen Akupunkturnadeln, die er in die oberste Hautschicht einsticht. Mit diesen Stichen wird die ganze Wirkung der Akupunktur in Gang gesetzt. Zuerst werden bestimmte Rezeptoren stimuliert, die ihrerseits andere Nerven stimulieren. Diese Nerven setzten dann Impulse frei, die an das Zentrale Nervensystem weiterleitet werden. Von dort aus gelangt der Reiz in die so genannte Hirnanhangsdrüse, die sich am Fuße des Pferdegehirns befindet. Diese Drüse schüttet dann Transmitter aus, die dafür sorgen, dass die Schmerzen des Pferdes gelindert werden.

Die Akupunktur für Pferde ist eine erfolgsversprechende Behandlungsmethode, die große Wirkung zeigt. Sie müssen allerdings beachten, dass diese Behandlung mehrmals durchgeführt werden muss, um eine langfristige Linderung gewährleisten zu können. Weiterhin ist es sehr wichtig, dass die Behandlung von einem Tierarzt oder Therapeuten durchgeführt wird, der sich auf diese Methode spezialisiert hat, denn eine falsche Behandlung kann die Schmerzen und Probleme sogar noch verschlimmern.

[Autor: Birgit Heisters]


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